Kfz Gutachter: Was ist zu beachten?

Wer in einen Verkehrsunfall verwickelt ist, muss für die beteiligten Versicherungen den Schaden an seinem Fahrzeug schätzen lassen. Dafür kann ein Kostenvoranschlag eingeholt oder ein Gutachter beauftragt werden. Wer unverschuldet in einen Unfall geraten ist, dem stehen folgende Schadenspositionen zu:

– Verdienstausfall
– Schmerzensgeld
– An- und Abmeldekosten
– Abschleppkosten
– Nutzungsausfallentschädigung oder Mietwagenkosten – Ersatz einer Wertminderung
– Unfallpauschale
– Reparaturkosten
– Kostenübernahme für einen Rechtsanwalt
– Kostenübernahme für einen Kfz Gutachter

Der Anspruch auf einen Kfz-Gutachter entsteht, sobald Ihr Fahrzeug durch einen anderen Unfallbeteiligten beschädigt wurde. Geschädigte sind nicht dazu verpflichtet, das Gutachten der gegnerischen Versicherung anzuerkennen. Dieses kann zum Nachteil des Versicherungsnehmers vom tatsächlichen Wert des beschädigten Fahrzeuges abweichen. Kfz-Gutachter listen in ihrem Gutachten nicht nur den Restwert bzw. Zeitwert von Fahrzeugen auf, sondern auch Nebenkosten wie eine etwaige Nutzungsausfallentschädigung.

Unabhängigen Kfz-Gutachter beauftragen

Wer einen unabhängigen Kfz-Gutachter beauftragt, kann die damit verbundenen Kosten über die gegnerische Versicherung abrechnen. Wer bei einem nicht selbst verschuldeten Unfall mit der gegnerischen Versicherung in Kontakt tritt, hat einige Nachteile hinzunehmen. Diese handelt für die Partei, die den Schaden verursacht hat. Deshalb hat die Versicherung ein Eigeninteresse daran, die entstandenen Kosten zu minimieren. Unabhängige Kfz Gutachter haben keine Bindungen zu Versicherungen und bewerten Schäden daher unabhängig. Das beschädigte Fahrzeug kann – je nach Schadenshöhe – zu dem Gutachter gefahren oder am Abstellort von diesem inspiziert werden.

Vorgehensweise bei ungeklärter Schuldfrage

Wenn der Unfallverursacher noch nicht feststeht, sollte ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden. Dieser vermeidet das Auftreten von Widersprüchen und sichert Beweise. Rechtsanwälte kennen die aktuelle Rechtsprechung und setzen diese strategisch zum Vorteile ihrer Mandanten ein. Insbesondere wissen sie um die 30 Prozent-Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs. Danach können für ein beschädigtes Fahrzeug anstelle des Wiederbeschaffungswertes die Reparaturkosten verlangt werden – auch, wenn diese den Wiederbeschaffungswert um bis zu 30 Prozent übersteigen. Dann muss die Reparatur aber auch wirklich durchgeführt werden. Außerdem muss der Versicherungsnehmer das Automobil mindestens für weitere sechs Monate nutzen. Eine fiktive Schadensberechnung ist nicht möglich.

Kfz-Gutachter: Wertfeststellung

Bei der Erstellung eines Gutachtens werden verschiedene Werte festgesetzt. Ein wirtschaftlicher Totalschaden liegt vor, wenn eine Reparatur am Automobil nicht möglich oder nicht mehr sinnvoll ist. Der Wiederbeschaffungswert bezieht sich auf den Betrag, der notwendig ist, um ein
vergleichbares Fahrzeug zu erstehen. Darin ist auch der Gewinn des Zwischenhändlers enthalten. Der Wiederbeschaffungswert richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten – dieser kann nicht einfach aus der Schwacke-Liste entnommen werden. Der Restwert ist der Zeitwert des Fahrzeuges nach dem Autounfall, d.h. der Betrag, zu dem das beschädigte Auto noch veräußert werden kann. Den Restwert bestimmt der Kfz Gutachter durch eine Schätzung. Der Restwert ist einer der ausschlaggebenden Faktoren im Gutachten: Je höher der Restwert ausfällt, desto weniger muss die gegnerische Versicherung bezahlen.

Das richtige Vorgehen bei der Beauftragung eines Kfz Gutachters

Wer einen Kfz-Gutachter beauftragen möchte, sollte sich im Vorhinein an einen Rechtsanwalt wenden. Dieser weiss genau, welche Kosten die gegnerische Haftpflichtversicherung übernehmen muss. Wer einen Kfz Gutachter auf eigene Faust beauftragt, bleibt unter Umständen auf den damit verbundenen Kosten sitzen.

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