Urteil um Urteil – Auto um Auto

Peter Wagner (Name geändert) fährt einen VW Touran (2.0 l, TDI, Baujahr 2012). Im guten Glauben, dass sein Pkw wenig verbraucht und ein »sauberes« Fahrzeug ist, hatte er es zum Neupreis von 32.000 Euro erworben. Doch leider ist auch sein Fahrzeug vom Abgasskandal betroffen. »Ich bin ein treuer VW-Kunde seit 25 Jahren. Ich bin ein überzeugter VW-Fahrer, nur das, was man jetzt mit den Kunden macht, ist einfach ein Verprellen. Ich wünsche mir, dass viel mehr Kunden wach werden«, so Wagner.

Seit drei Monaten versucht er das Fahrzeug zu verkaufen – jedoch vergeblich. Deshalb geht er jetzt gemeinsam mit myRight gegen den VW-Konzern vor und verlangt die Rücknahme des Wagens gegen Rückerstattung des Kaufpreises. Und die Chancen stehen gut!

Auch das neuste Urteil zeigt, dass die Tendenzen der Gerichte im Sinne des Verbrauchers sind. Das am Dienstag, den 21. März 2017, bekannt gewordene Urteil des Landgerichts Offenburg (3 O 77/16) ist – nachdem bereits im Januar das LG Regensburg einen Seat-Händler zur Nachlieferung verurteilt hatte – ein weiteres sehr verbraucherfreundliches Urteil: Das Autohaus muss ein einwandfreies fabrikneues typenidentisches Ersatzfahrzeug aus der aktuellen Serienproduktion mit identischer technischer Ausstattung liefern, gegen »Rückübereignung« des mangelhaften VW Tiguan. Der Kläger machte gegenüber seinem Autohaus Gewährleistungsansprüche geltend, noch bevor das von der Volkswagen AG entwickelte Softwareupdate durch das Kraftfahrt-Bundesamt freigegeben wurde.

Mit der Begründung, dass der Pkw wegen seines nicht den gesetzlichen Bestimmungen entsprechenden Emissionsverhaltens und der unzulässigen Abschalteinrichtung mangelhaft gewesen sei, folgte das Gericht der Ansicht des Geschädigten. Das beklagte Autohaus könne sich auch nicht darauf berufen, so Landgerichtspräsident Christoph Reichert, dass die Kosten der Nachlieferung unverhältnismäßig seien. Zum Zeitpunkt, als der Käufer Gewährleistungsansprüche geltend machte, sei eine Nachbesserung noch nicht möglich gewesen, da das Kraftfahrt-Bundesamt erst später das Softwareupdate für den Motor EA 189 freigegeben hat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das Autohaus kann noch Berufung beim Oberlandesgericht Karlsruhe einlegen.

Weitere Informationen:
http://www.badische-zeitung.de/offenburg/abgas-skandal-zieht-kreise–134792897.html

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Kommentare:

Martin K.
24. April 2017 um 09:56 Uhr

Herr Wagner ist ja ein ganz cleverer VW Kunde. Er merkt nach 5 Jahren, dass sein VW zu viel Verbaucht. Was hat hoher Verbauch mit den Stickoxiden zu tun? Die CO2 Emissionswerte bewegen sich sogar im Rahmen.
Es ist traurig, dass mit diesen Seiten verunsicherte Kunden noch mehr verunsichert werden und denen die Gehirnwäsche verpasst wird, sie könnten doch Ihre Rechtschutzversicherung in Anrpruch nehmen. Anwälte bereichern sich daran. Ob es Aussichten auf Erfolg gibt oder nicht. Mir tut Herr Wagner sogar leid. Er weiß nicht einmal, was er damit anrichtet. Eine Aufklärung Herrn Wagner gegenüber wäre mehr als angebracht.

weigt, p.
22. April 2017 um 17:35 Uhr

ja, zu dem verbrauch….
offiziell beträgt das tankvolumen 65 l, aber wenn ich volltanke, habe ich bei 74 l, dass tanken abgebrochen???!!
nicht nur ein mal, nein schon sieben mal, immer an einer anderen tankstelle, da es ab 60 l nur langsam geht.
meine frage, wie groß ist der tank beim tiguan (bauj.2011 diesel) nun wirklich???
gibt es erfahrungen, warum der tank mit 65 l angegeben wird, aber inoffiziell weit über 70 l hineingehen (bei reserveanzeige)!!!!

Susanne S.
14. April 2017 um 21:13 Uhr

Leider ist ein Seat leon auch betroffen ,ich habe mich ebenfalls bei my right eingeloggt ..bin allein Verdiener und kann mir nicht so oft ein anderes Auto kaufen .
Mein Seat zu verkaufen ist leider seit dem Skandal sehr schlecht zu verkaufen … wenn ich das gewusst hätte , da würde ich mich heute für keinen Diesel mehr entscheiden.
Ich hoffe doch ,dass my right für uns kleine Bürger kämpft und wir entsprechend entschädigt werden . Am besten Rücknahme für ein Umwelt freundliches Auto.
Mit freundlichen Grüßen

Schned Susanne

Rolf E.
13. April 2017 um 19:48 Uhr

Auch ich habe, Anfang 2014, von einem Autohaus ein “ Weltauto “
VW Tiguan 2,0 TDI gekauft, allerdings gebraucht und 1 Jahr alt
( Erstzulassung 2013 ) zum Preis von 28.000.- €.
Dies im Vetrauen auf die Angaben des Herstellers sowohl was den Verbrauch, als auch das Emmissionsverhalten betrifft.
Ich bin “ stinksauer “ wenn ich jetzt erleben muss, dass mein Auto
( 4 Jahre alt ) in den Medien als “ alter Diesel “ gehandelt wird und mittlerweile so gut wie unverkäuflich ist. Wer ersetzt mir den Wertverlust über das “ Normale “ hinaus ?? Die von VW mir gegenüber “ erzwungene “ Nachbesserung ( anders kann man das nicht bezeichnen ) hat ja wohl am Schadstoffausstoss so gut wie nichts geändert, sonst würde kein Fahrverbot für Innenstädte mehr drohen.
Fazit: VW hat seine Kunden weltweit grandios betrogen, war nur in USA bereit, großzügig Entschädigung zu leisten ( um den US Markt nicht gänzlich zu verlieren ) und vetraut im Übrigen ( scheinbar zu Recht ) darauf, dass die Deutsche Politik, allen voran Herr Doofrind ( oder Dobrindt ? ) seine schützende Hand über den Konzern hält ( auf welcher Gehaltsliste steht der feine Herr eigentlich ) und lässt den Deutschen Verbraucher im Regen stehen.
Das trägt in höchstem Maße dazu bei, mein “ Vertrauen in die Politik “ zu stärken und ich kann nur hoffen, dass den politisch Verantwortlichen bei den nächsten Wahlen die Brocken um die Ohren fliegen. Arbeitsplätze hin oder her, Betrug bleibt Betrug und VW muss dafür zur Rechenschft gezogen werden und zwar im Sinne des Kunden.
Ich kann mir nicht alle 2 Jahre ein neues Auto für 30.000.- € leisten weil das “ Alte “ nicht mehr den gültigen Normen entspricht und auf den Schrott gehört.