Fahrverbote: Umfrage belegt extreme Folgen für Dieselbesitzer

Die Dieselbesitzer in Deutschland sind beim Thema Fahrverbote wegen der Auswirkungen extrem besorgt. Eine Befragung unter unseren Kunden, auf die 6.600 Dieselbesitzer geantwortet haben, zeigt, wie drastisch die Auswirkungen wären. „Wenn das Gericht den Weg für Fahrverbote frei macht, wären auch die 2,6 Millionen Autobesitzer, die von VW im Abgasskandal betrogen wurden, davon betroffen“, sagt Jan-Eike Andresen, Gründer und Leiter der Rechtsabteilung des Legal-Tech-Unternehmens myRight. „Sie werden dann doppelt bestraft. Schon jetzt müssen sie die Folgen des Abgasskandals tragen, während der VW-Konzern versucht, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Zum Glück hat jeder das Recht, von VW Schadensersatz einzufordern.“

Die große Mehrheit der Befragten geht davon aus, von Fahrverboten betroffen zu sein. Fast vier von fünf Dieselbesitzern (78,6%) geben dies an. Dabei fürchten sie nicht nur, dass sie wichtige Ziele, wie Freunde, Verwandte, den Arzt oder Behörden, nicht mehr mit ihrem Auto erreichen können. Auch der drohende Wertverlust der Fahrzeuge macht ihnen zu schaffen. Sechs von sieben Befragten fürchten den vollständigen Wertverlust ihres Diesel.

Der Weg zur Arbeit und zu den Verwandten ist versperrt

Zu den Auswirkungen des Abgasskandals gehören technische Probleme an den Fahrzeugen sowie der Wertverlust der Autos. Jeder dritte Betroffene (33%) beziffert ihn ohne Fahrverbote auf 5.000 bis 10.000 Euro, fast jeder zweite (48,2%) auf 2.000 bis 5.000 Euro. Nun kämen für sie Fahrverbote als weitere Belastung hinzu – obwohl sie beim Kauf darauf gesetzt haben, Fahrzeuge mit sauberer Dieseltechnologie zu erwerben.

Doch für sie gilt, was für die Besitzer vieler weiterer Dieselfahrzeuge gilt: Fahrzeuge ohne Motoren, die der EURO-6-Norm entsprechen, dürften im Falle eines Falles bestimmte Stadtgebiete nicht mehr befahren. Die Deutsche Umwelthilfe, über deren Klage nun in Leipzig verhandelt wird, klagt in rund einem Dutzend Städten Fahrverbote zur Verbesserung der Luftqualität ein. Sie droht 45 weiteren Städten und Gemeinden mit ähnlichen Schritten, wenn diese untätig bleiben.

Sechs von zehn Dieselbesitzern (58,4%) fürchten nun, dass sie, wenn die Städte Fahrverbote umsetzen, Freunde und Verwandte nicht mehr besuchen könnten. 44,3% der Befragten geben an, dass sie in diesem Fall nicht mehr zu ihrer Arbeit fahren könnten. 40,9% warnen, dass sie ihren Arzt oder ihr Krankenhaus nicht mehr erreichen. Auch viele Behördentermine könnten nicht mehr wahrgenommen werden: 28,9% der Dieselbesitzer erklären, dass sie in so einer Situation mindestens eine wichtige Behörde nicht mehr aufsuchen können.

Ist Ihr Diesel bald nichts mehr wert?

Jeder sechste befragte Dieselbesitzer (14,6%) fürchtet gar, dass ein Fahrverbot ihn in seiner Existenz bedroht. Handwerksbetriebe etwa warnen schon seit geraumer Zeit, dass sie ohne die Möglichkeit, mit ihren Dienstfahrzeugen Ziele zu erreichen, nicht mehr ihr Geschäft betreiben können. Die Zahl der Dieselbesitzer, die nicht mit nennenswerten Auswirkungen rechnen, ist mit 14,2% dagegen geringer als die Zahl derjenigen, die von einem Fahrverbot existentielle Auswirkungen erwarten.

Sechs von sieben Befragten (86,1%) gehen zudem davon aus, dass ein Fahrverbot ihr Fahrzeug quasi wertlos macht. Denn auch verkaufen können sie es kaum noch. Bereits jetzt sind Wiederverkaufswerte eingebrochen. „Drohende Fahrverbote in den Ballungsgebieten machen gebrauchte Diesel fast unverkäuflich“, warnt auch der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Kraftfahrtgewerbes (ZDK), Jürgen Karpinski. Derzeit stehen mehr als 300 000 Euro 5-Diesel-Pkw nach ZDK-Angaben auf den Höfen der Händler.

VW muss den Schaden ersetzen

Die Betroffenen des Abgasskandals müssen sich mit den Folgen eines Fahrverbots allerdings nicht abfinden. „Viele Dieselbesitzer in Deutschland wissen nicht, dass sie einen Anspruch darauf haben, dass VW ihren Schaden ersetzt“, sagt Jan-Eike Andresen. „VW versucht diese Tatsache zu verschweigen. Der Konzern wird aber zunehmend von den Gerichten gezwungen, sich an das Gesetz zu halten und zu zahlen.“

Allerdings müssen Ansprüche gegen VW in der Regel vor Gericht durchgesetzt werden. Über die Legal-Tech-Plattform myRight können Betroffene mit Rechtsschutzversicherung Einzelverfahren gegen VW führen. Wer über diese nicht verfügt, kann sich mit Hilfe von myRight einer Sammelklage anschließen und so seine Ansprüche bequem und ohne Risiko gegen VW vor Gericht bringen. Anwalts- oder Gerichtsgebühren fallen dann nicht an. „Mit Hilfe unserer Verfahren kann jeder seinen Schummel-Diesel an VW zurückgeben und dafür den Kaufpreis zurück erhalten“, sagt Andresen. „Ein möglicher Wertverlust des Fahrzeugs ist dann kein Thema mehr. Und man erhält die Chance, neu zu entscheiden, wie man in Zukunft mobil sein will.“

 

Foto: © Thomas Reimer– stock.adobe.com
Kommentar schreiben  

Schreiben Sie einen Kommentar:

Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.