AGR-Ventil: Probleme nach dem VW Software-Update

Vor dem Update ist nach dem Update: »Auch mein VW Tiguan blieb nach dem Softwareupdate einfach nach anschließend 80 gefahrenen Kilometern stehen. Das Auto wurde von VW abgeschleppt. Verrußungen wurden am AGR-Ventil festgestellt« (Kunde myRight). Eigentlich soll das Update laut VW-Konzern keine Probleme bereiten, jedoch häufen sich die Berichte, dass es kurz nach dem Aufspielen der Software zu erheblichen Beeinträchtigungen am Fahrzeug kommt.

Auch der Düsseldorfer Rechtsanwalt Tobias Ulbrich berichtet, dass allein in seiner Kanzlei bei mehr als 50 Mandanten Teile des Abgasrückführungssystems unmittelbar oder kurz nach dem Update ausgefallen sind. »VW tut alles, um zu verhindern, dass Kundenbeschwerden über mögliche Folgeschäden des Updates an die Öffentlichkeit gelangen«, so Ulbrich. Das nämlich gefährde den Rückruf, den VW unbedingt durchziehen will. Die Kosten für den Tausch des AGR-Ventils bei VW liegen je nach Modell bei 700 bis 1700 Euro.

Dabei hätte der Abgasskandal laut eines EU-Untersuchungsausschusses auch vonseiten der Politik vermieden werden können, »wenn die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten einfach nur EU-Recht eingehalten hätten«, so das Fazit des liberalen niederländischen EU-Parlamentariers Gerben-Jan Gerbrandy. Schon 2004 habe es ausreichend Hinweise gegeben, dass beispielsweise große Unterschiede bei den Emissionen zwischen Labortest und Straßenbetrieb vorliegen. Auch das kommissionseigene Forschungszentrum habe diese Diskrepanz mit einer »großen Anzahl von Studien« seit 2010 bestätigt.

Hätte VW nicht betrogen, hätte aber auch nichts vermieden werden müssen. Unterdessen verzeichnet der Konzern im letzten Jahr 5,1 Milliarden Euro Gewinn. VW hat 2016 vor allem wegen seiner Stärke auf dem Wachstumsmarkt China seinen weltweiten Absatz um fast 4 Prozent auf 10,3 Millionen Fahrzeuge gesteigert und damit Toyota als weltgrößten Autobauer abgelöst. Der Umsatz stieg um knapp 2 Prozent auf 217 Milliarden Euro.

Während der Konzern sich vom Abgasskandal erholt hat und außerhalb Europas seinen Absatz vergrößert, fühlt sich der betroffene Kunde hierzulande allein gelassen und betrogen.

http://www.autobild.de/artikel/vw-abgasskandal-defekte-agr-systeme-7184837.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/abgasaffaere-war-laut-eu-untersuchungsausschuss-vermeidbar-a-1136756.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/volkswagen-macht-trotz-abgasaffaere-fuenf-milliarden-euro-gewinn-a-1136257.html

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Kommentare:

Andreas L.
8. Mai 2017 um 09:09 Uhr

Guten Tag,
Habe das Update vor ein paar Wochen machen lassen. Nun läuft das Auto nicht mehr… angeblich AGR Ventil. Wird innerhalb von 10 Tagen zu einer Werkstatt meiner Wahl geschleppt. Schon am ersten Tag nach dem Update kamen merkwürdige Geräusche aus dem Motorraum und jedes mal, nach jeder einzelnen Fahrt, kam nach dem Abstellen des Autos noch ein Brummen aus dem Motorraum für mehrere Sekunden. Ebenso stotterte der Wagen bei jedem Anlassen morgens und brauchte teilweise bis zu 60 Sekunden bis ich losfahren konnte. Ich bin mir sicher, dass dieses Update meinen Golf zerstört hat. Was kann ich tun?

Matthias...
4. März 2017 um 14:44 Uhr

Die AGR-Problematik ist doch nur die erste Baustelle.
Die zweite Baustelle ist der DPF, dessen Austausch auf Grund der höheren innermotorischen Rußemissionen, früher als bisher erforderlich sein wird. Die kürzeren Abstände zwischen den DPF-Regenerationen nach dem sogenannten Update bestätigen diese Annahme.

Wieso thematisiert die zweite Baustelle keiner!?