2018 kommen Dieselfahrverbote – Betroffene im Abgasskandal können sich absichern

Quelle: Deutsche Umwelthilfe (Klagen), Umwelt Bundesamt (Messwerte)

 

2018 wird das Jahr der Dieselfahrverbote. Inzwischen gibt es 16 Städte und Regionen, in denen das Thema brennt, weil Umweltverbände, wie die Deutsche Umwelthilfe oder der BUND vor Gericht Maßnahmen einklagen, um die Luftqualität zu verbessern. Die ersten Urteile werden ab Februar erwartet. In Städten, wie Hamburg, Stuttgart, Berlin, München, Köln und Düsseldorf wird der zulässige Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm Stickoxid so häufig überschritten, dass dort dann endgültig gehandelt werden muss. Eine Übersicht über den Ernst der Lage liefert unsere neue Fahrverbote-Landkarte.

Dieselfahrverbote: Klagen als Damoklesschwert

Zu den beklagten Städten kommen 45 weitere Städte und Gemeinden, bei denen das Thema Fahrverbote aktuell ist, weil die Deutsche Umwelthilfe rechtsverbindlich Auskunft darüber verlangt, was gegen die Luftverschmutzung getan wird. So will der Verband sicherstellen, dass die Verwaltungen handeln. Weitere Klagen schweben als Damoklesschwert auch über diesen Städten.

Was aber könnten die Maßnahmen sein, um die Luftqualität, wie gefordert zu verbessern? Die Antwort von Experten ist eindeutig:  „Es wird in einigen Städten Fahrverbote geben“, zitiert etwa die Süddeutsche Zeitung Gerd Lottsiepen, Umweltexperte beim Verkehrsclub Deutschland.  „Anders wird sich saubere Luft in den Städten nicht erreichen lassen.“ Besonders im Visier sind ältere Dieselfahrzeuge. Selbst EURO-5-Diesel werden mit großer Wahrscheinlichkeit betroffen sein.

Ein Problem haben dann nicht nur die Einwohner der jeweiligen Städte, sondern auch Handwerksbetriebe – und natürlich auch viele Menschen in den Umlandgemeinden: Fast 20 Millionen Menschen in Deutschland pendeln zur Arbeit.  In Düsseldorf und Stuttgart pendeln fast zwei Drittel der Arbeitnehmer, in Berlin pendelt jeder zweite. In München wurden im letzten Jahr 365.000 Pendler gezählt, 352.000 waren es in Frankfurt.

Abgasskandal: Wer Betroffen ist, hat doppelt Ärger

Viele Autofahrer, besonders Dieselfahrer, sehen diese Entwicklung natürlich mit Verärgerung. Besonders Kunden des VW-Konzerns, die darauf vertraut haben, dass sie mit einem EURO-5-Diesel ein relativ umweltfreundliches Fahrzeug gekauft haben, werden als Opfer des Abgasskandals doppelt bestraft. Einerseits hat VW sie getäuscht. Das Auto hält nicht, was versprochen wurde. Und nun droht ihnen auch noch der Mobilitätsverlust. Viele Dieselbesitzer werden sich für ihren Arbeitsweg in die Innenstadt im Falle eines Fahrverbots nach Alternativen umsehen müssen.

Mit Sicherheit lässt sich nicht voraussehen, wer in welcher Region in Zukunft seinen Diesel stehen lassen muss. Ein Problem: Wenn das Fahrverbot tatsächlich kommt, kann es in vielen Fällen wegen der Verjährungsfristen schon zu spät sein, erst dann VW zur Verantwortung zu ziehen.

Vorsorglich können sich Betroffene aber jetzt schon absichern, indem sie sich der myRight-Sammelklage anschließen und so den VW-Konzern zwingen, das Betrugsauto zurückzunehmen. So erhalten sie die Möglichkeit, dass der Schaden ausgeglichen wird – eine Basis, auf der man dann neu entscheiden kann, mit welchem Fahrzeug man sich in Zukunft fortbewegen will.

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